Über uns
Innenstadtnah liegt das 1176 gegründete Kloster St. Marienberg. Weithin bekannt ist der Marienberger Paramentenschatz, dessen ältestes vorhandenes Stück aus dem Jahr 1260 stammt.
Die Geschichte des Klosters beginnt im späten 12. Jahrhundert. 1176 oder 1181 gründete Abt Wolfram von Werden und Helmstedt ein Augustiner-Chorfrauenstift, das er auf einem Hügel westlich, außerhalb der Stadtmauern von Helmstedt errichten ließ. Solche von Frauen geleiteten geistlichen Gemeinschaften waren im Mittelalter eine Besonderheit: Unter der Leitung einer Priorin boten sie Frauen vergleichsweise große Selbstständigkeit, Bildungszugang und Einfluss und prägten damit sowohl das innere Klosterleben als auch die Beziehung zur städtischen Umgebung.
Die Einführung der Reformation brachte 1568/69 einen tiefgreifenden Einschnitt. Das klösterliche Leben wurde grundlegend umgestaltet, die Gemeinschaft stark verkleinert und ihr religiöser Auftrag zugunsten einer stärker weltlichen Ausrichtung zurückgedrängt. In der Folge löste sich das gemeinschaftliche geistliche Leben zunehmend auf.
Erst im 19. Jahrhundert setzte unter Domina Charlotte von Veltheim wieder eine nachhaltige Erneuerung ein. Sie knüpfte an die Tradition weiblicher Leitung an, berief engagierte Frauen in den Konvent und stellte das geistlich-religiöse Leben wieder in den Mittelpunkt. Zugleich öffnete sie das Kloster bewusst zur Gesellschaft hin: Verfallene Gebäude wurden instand gesetzt, ein Krankenhaus, mehrere Schulen und ein Kindergarten gegründet. Mit der Gründung des Niedersächsischen Paramentenvereins im Jahr 1862 entwickelte sich St. Marienberg zudem zu einem wichtigen Zentrum evangelischer Paramenten- und Textilkunst.
Mehr zur Geschichte des Klosters oder bei Interesse an einer Klosterführung, besuchen Sie die Website der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz.
Das Konvent Charlotte von Veltheims
Das Heiniger Antependium, eines der Herzstücke der Marienberger Schatzkammer, Foto: SBK